Das glaubte man früher
Erst im Jahre 1628 hat William Harvey den Blutkreislauf entdeckt. Zuvor kursierten die abenteuerlichsten Vorstellungen vom Fluss des Blutes und seiner Funktion. Ausgehend von der mittelalterlichen Lehre der Säfte, die den Körper durchströmen und recht unterschiedliches bewirken, hat man auch das Blut zunächst als einen dieser Säfte angesehen. Blut sollte in der Leber oder Milz gebildet werden, den Körper ohne erkennbare Blutgefäße durchströmen und schließlich verbraucht in der Lunge abgeatmet werden. Erst William Harvey erkannte die Zirkulation des Blutes.
So funktioniert der Blutkreislauf wirklich
Von der linken Herzkammer wird das Blut über die Hauptschlagader (Aorta) vom Herzen weg gepumpt. Die Hauptschlagader verästelt sich immer weiter in immer kleiner werdende Schlagadern (Arterien) bis schließlich die kleinsten Gefäße, die Kapillaren erreicht werden. Hier findet der Stoffaustausch mit dem Gewebe statt. Nährstoffe und Sauerstoff werden mit dem Blut herangebracht und ins Gewebe abgegeben, Abfallprodukte des Gewebestoffwechsels werden mit dem Blut weg transportiert. Nach der Passage der Kapillaren gelangt das Blut in immer größere Venolen und schließlich in die Venen, welche in immer größere Venen einmünden, bis es schließlich über die obere (aus der oberen Körperhälfte) oder die untere (aus der unteren Körperhälfte) Hohlvene wieder zum Herz gelangt (über den rechten Vorhof in die rechte Kammer). Von der rechten Herzkammer aus wird das Blut über die Lungenarterien in die Lunge gepumpt, verästelt sich hier ebenfalls wieder bis in die Kapillaren der Lunge. Hier wird es mit Sauerstoff angereichert und gibt CO2 ab. Das sauerstoffreiche Blut gelangt wieder in den linken Vorhof und die linke Herzkammer. Jetzt beginnt der Kreislauf von vorne.
